Scheidung – Ablauf des Scheidungsverfahrens

SCHEIDUNGSANTRAG UND GERICHTSKOSTEN

In einem Erstberatungsgespräch erläutern wir Ihnen den Gang des Scheidungsverfahrens und nehmen uns Zeit für Ihre Fragen. Wir beraten Sie ob und in welcher Höhe Sie Unterhalt bekommen oder zahlen müssen. Wir klären Sie insbesondere auf, ob und welche Ansprüche Sie geltend machen können.  Wenn Sie uns beauftragen ein Scheidungsverfahren einzuleiten, benötigen wir Ihre Heiratsurkunde im Original, Kopien der Geburtsurkunden der Kinder und -falls vorhanden Ihren Ehevertrag. Mit Einreichung des Scheidungsantrags fallen auch Gerichtskosten an.

 

SCHEIDUNG MIT EINER ANWÄLTIN

Im Rahmen einer einverständlichen Scheidung weisen wir darauf hin, dass nur der antragstellende Ehepartner anwaltlich vertreten sein muss, wenn der andere keine eigenen Anträge stellen will und der Ehescheidung zustimmt. Eine „Online- Scheidung“ gibt es nicht. Geschieden wird die Ehe nur vor Gericht, auch wenn sich die Eheleute einig sind.

Da grundsätzlich bei einer einverständlichen Ehescheidung nur eine Anwältin/Anwalt benötigt wird, können so die Kosten für die zweite anwaltliche Vertretung gespart werden. Die beauftragte Rechtsanwältin vertritt aber nur die Interessen Ihres Mandanten und nicht  auch die der nicht vertretenen Partei.

Wenn Sie daher nicht sicher sicher sind, ob Sie doch einen Antrag stellen wollen, sollten Sie sich ebenfalls anwaltlich beraten lassen und abklären, ob eine anwaltliche Vertretung im Ehescheidungverfahren sinnvoll ist. Wenn Sie Unterhaltsansprüche oder Ansprüche auf Zugewinn geltend machen wollen, benötigen Sie zu Ihrer Vertretung im Ehescheidungsverfahren auf jeden Fall eine Rechtsanwältin.

SCHEIDUNGSFOLGENVEREINBARUNG

Sie können aber auch mit Hilfe Ihrer Rechtsanwältin außergerichtlich sich mit Ihren Ehegatten über Ansprüche einigen. Eine Scheidungsfolgenvereinbarung muss notariell beurkundet werden. Es können in dieser Ansprüche über den Versorgungsausgleich, über den Zugewinn oder Unterhalt u.a geregelt werden. Diese Urkunde wird dann bei Gericht eingereicht. Dies vermeidet über die geregelten Vereinbarungen Streit. Es ist dann wieder möglich das Scheidungsverfahren von einer Rechtsanwältin durchführen zu lassen, weil alle streitigen Punkte in der Vereinbarung beurkundet wurden.

SCHEIDUNGSVERFAHREN

Nach Einreichung des Scheidungsantrags beim zuständigen Gericht wird zunächst ein Aktenzeichen vergeben und so dann dieser Antrag der anderen Partei vom Gericht zugestellt mit der Bitte um Stellungnahme.

Im Rahmen einer einverständlichen Scheidung kann der nichtvertretene Ehegatte dem Gericht dann unter Angabe des Aktenzeichens mitteilen, dass auch er geschieden werden will und im Übrigen die Angaben in dem Scheidungsantrag richtig sind.


VERSORGUNGSAUSGLEICH

Das Gericht übersendet den Parteien bzw. der Rechtsanwältin die Formulare für den Versorgungsausgleich. Die Parteien haben diese ausgefüllt an die Rechtsanwältin bzw. die nicht anwaltlich vertretende Partei direkt an das Gericht zurück zu senden. Das Gericht leitet diese Fragebögen dann an die jeweils zuständigen Rentenversicherungen, Lebensversicherungen etc. weiter.

Diese berechnen dann die von den Ehegatten während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften. Sobald sämtliche Berechnungen dem Gericht vorliegen, kann dieses berechnen, welche Rentenanwartschaften in welcher Höhe auf den anderen Ehegatten übertragen werden oder wann eine Übertragung unterbleibt.

SCHEIDUNGSTERMIN

Nachdem alle Auskünfte eingeholt worden sind, bestimmt  das Gericht einen Termin zur Ehescheidung. Zu diesem Termin müssen beide Parteien erscheinen.  Die Rechtsanwältin stellt dann im Rahmen dieser Verhandlung den Antrag auf Scheidung der Ehe. Das Gericht überprüft, ob die Voraussetzungen der Ehescheidung vorliegen (Trennung von Tisch und Bett seit mindestens einem Jahr) und beide  Parteien die Ehe für gescheitert erachten und diese nicht wieder herstellen wollen.

Bei einer einverständlichen Scheidung dauert der Scheidungstermin regelmäßig weniger als 15 Minuten. Bei Vorliegen der Voraussetzungen ergeht dann ein Scheidungsbeschluss, in dem auch die Übertragung der Rentenanwartschaften geregelt wird.

KOSTEN DES VERFAHRENS

Das Gericht bestimmt auch den Verfahrenswert, nach dem sich dann die Kosten des Verfahrens für die anwaltliche Vertretung und das Gericht ergeben. 


Rechtskraft der Scheidung

Die Parteien erhalten den mündlich in der Verhandlung verkündeten Scheidungsbeschluss schriftlich vom Gericht zugestellt. Einen Monat nach Zustellung des Beschlusses wird dann der Scheidungsbeschluss rechtskräftig. Nur mit einem rechtskräftigen Scheidungsbeschluss kann man dann z.B. eine Namensänderung  beantragen oder wieder heiraten.

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