Scheidung – Ablauf des Scheidungsverfahrens

1. Auftrag und Gerichtskostenvorschuss

Nachdem Sie uns beauftragt haben und uns sämtliche erforderlichen Unterlagen zukommen haben lassen, insbesondere eine Heiratsurkunde im Original, Kopien der Geburtsurkunden der Kinder und wir alle  erforderlichen Daten für das Scheidungsverfahren in einem persönlichen Gespräch abgefragt haben, können wir den Gerichtskostenvorschuss berechnen.

Dieser ist mit Einreichung des Scheidungsantrags einzuzahlen, da andernfalls das Gericht nicht tätig wird.

2. Scheidung mit nur einer Rechtsanwältin

Im Rahmen einer einverständlichen Scheidung weisen wir darauf hin, dass nur der antragstellende Ehepartner anwaltlich vertreten sein muss, wenn der andere keine eigenen Anträge stellen will und der Ehescheidung zustimmt. Eine „Online- Scheidung“ gibt es nicht. Geschieden wir die Ehe nur vor Gericht, auch wenn sich die Eheleute einig sind.

Da grundsätzlich bei einer einverständlichen Ehescheidung nur eine Anwältin/Anwalt benötigt wird, können so die Kosten für die zweite anwaltliche Vertretung gespart werden. Die beauftragte Rechtsanwältin vertritt aber nur die Interessen Ihres Mandanten und nicht  auch die der nicht vertretenen Partei.

Wenn Sie daher nicht sicher sicher sind, ob Sie doch einen Antrag stellen wollen, sollten Sie sich ebenfalls anwaltlich beraten lassen und abklären, ob eine anwaltliche Vertretung im Ehescheidungverfahren sinnvoll ist. Wenn Sie Unterhaltsansprüche oder Ansprüche auf Zugewinn geltend machen wollen, benötigen Sie zu Ihrer Vertretung im Ehescheidungsverfahren auf jeden Fall eine Rechtsanwältin.

Sie können aber auch mit Hilfe Ihrer Rechtsanwältin außergerichtlich sich über Ansprüche einigen und eine Scheidungsfolgenvereinbarung beurkunden lassen, die z.B. Unterhaltsansprüche regelt. Diese Urkunde kann dann bei Gericht eingereicht werden. Es ist dann wieder möglich das Scheidungsverfahren von einer Rechtsanwältin durchführen zu lassen, weil alle streitigen Punkte in der Vereinbarung beurkundet wurden.

3. Verfahren

Nach Einreichung des Scheidungsantrags beim zuständigen Gericht wird zunächst ein Aktenzeichen vergeben und so dann dieser Antrag der anderen Partei vom Gericht zugestellt mit der Bitte um Stellungnahme.

Im Rahmen einer einverständlichen Scheidung kann der nichtvertretene Ehegatte dem Gericht dann unter Angabe des Aktenzeichens mitteilen, dass auch er geschieden werden will und im Übrigen die Angaben in dem Scheidungsantrag richtig sind.


4. Versorgungsausgleichunterlagen

Das Gericht übersendet den Parteien bzw. der Rechtsanwältin die Formulare für den Versorgungsausgleich. Die Parteien haben diese ausgefüllt an die Rechtsanwältin bzw. die nicht anwaltlich vertretende Partei direkt an das Gericht zurück zu senden. Das Gericht leitet diese Fragebögen dann an die jeweils zuständigen Rentenversicherungen, Lebensversicherungen etc. weiter.

Diese berechnen dann die von den Ehegatten während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften. Sobald sämtliche Berechnungen dem Gericht vorliegen, kann dieses berechnen, welche Rentenanwartschaften in welcher Höhe auf den anderen Ehegatten übertragen werden oder wann eine Übertragung unterbleibt.

5. Ladung zum Scheidungstermin

Nachdem alle Auskünfte eingeholt worden sind, bestimmt  das Gericht einen Termin zur Ehescheidung. Zu diesem Termin müssen beide Parteien erscheinen.  Die Rechtsanwältin stellt dann im Rahmen dieser Verhandlung den Antrag auf Scheidung der Ehe. Das Gericht überprüft, ob die Voraussetzungen der Ehescheidung vorliegen (Trennung von Tisch und Bett seit mindestens einem Jahr) und beide  Parteien die Ehe für gescheitert erachten und diese nicht wieder herstellen wollen.

Bei einer einverständlichen Scheidung dauert der Scheidungstermin regelmäßig weniger als 15 Minuten. Bei Vorliegen der Voraussetzungen ergeht dann ein Scheidungsbeschluss, in dem auch die Übertragung der Rentenanwartschaften geregelt wird.

Das Gericht bestimmt auch den Verfahrenswert, nach dem sich dann die Kosten des Verfahrens für die anwaltliche Vertretung und das Gericht ergeben. 
Rechtskraft der Scheidung.

Die Parteien erhalten den mündlich in der Verhandlung verkündeten Scheidungsbeschluss schriftlich vom Gericht zugestellt. Einen Monat nach Zustellung des Beschlusses wird dann der Scheidungsbeschluss rechtskräftig. Nur mit einem rechtskräftigen Scheidungsbeschluss kann man dann z.B. eine Namensänderung beantragen.

Advocatae Kanzlei Berlin

Schlüterstraße 42

10707 Berlin

Tel: 030 – 844 188 63 | Fax: 030 – 857 277 41
eMail: info@advocatae.de

Sie erreichen uns

Montag-Donnerstag 
9:00-17:00 Uhr

Freitag  9:00-13:00 Uhr

Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

Advocatae Kanzlei Berlin auf Facebook

mehr erfahren...

Möchten Sie sich mit uns in Verbindung setzen?

Kontakt aufnehmen...